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Brasilien – ein boomendes Land

Und auch hier: War for Talents

Auch im Jahr 2011 ist Brasiliens Wirtschaft weiter gewachsen: Die brasilianische Zentralbank prognostiziert ein Plus von 3,5 Prozent. Das Wachstum wird damit zwar ungefähr 5 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr, aber immer noch deutlich höher sein als das von führenden Industrienationen. Trotz der Anzeichen für eine Konjunkturdämpfung der brasilianischen Wirtschaft wird der Mangel an Talenten unverändert bestehen bleiben. In fast allen Marktsegmenten und Hierarchieebenen fehlt es an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Manche Branchen leiden heute schon besonders stark unter dem ungedeckten Bedarf an qualifiziertem Personal, so z. B. die pharmazeutische Industrie, die Lebensmittelbranche, das Gesundheitswesen, die Kosmetik- und die Elektronikindustrie.

Die Perspektiven für die brasilianische Volkswirtschaft sind nach wie vor sehr gut und das Interesse ausländischer Investoren wächst weiter: Ihre Investitionen werden im Jahr 2011 einen historischen Höchststand von 65 Milliarden US$ erreichen. Und für immer mehr multinationale Konzerne ist Brasilien der Hauptabsatzmarkt schlechthin, so zum Beispiel für:

  • Telefonica: Das Telekommunikationsunternehmen hat in Brasilien mehr Kunden als in Spanien.
  • Nestlé: Die brasilianische Tochtergesellschaft des weltweit größten Lebensmittelherstellers ist der zweitgrößte Geschäftsbereich der Schweizer Gruppe.
  • Volkswagen: Das Wolfsburger Unternehmen hat letztes Jahr in Brasilien mehr Autos verkauft als in Deutschland. Der brasilianische Markt ist für den Automobilhersteller nach China das Exportland Nummer Zwei.
  • Beiersdorf: Das Markenartikelunternehmen verkauft in Brasilien mehr Nivea-Produkte als in Frankreich und Italien; nur der deutsche Markt ist noch größer.
  • Avon: In Brasilien wächst das Kosmetikunternehmen stärker als in allen anderen Ländern und im Heimatmarkt USA.
  • Kimberly-Clark: Der Hersteller von Hygieneartikeln erzielt in Brasilien Unternehmensergebnisse über dem globalen Durchschnitt.

Dennoch, trotz der positiven Vorausschau, muss Brasilien einige Herausforderungen meistern. Die Bürokratie, Importrestriktionen und die hohen steuerlichen Belastungen sind Hürden, die genommen werden müssen. Davon abgesehen ist das Einkommensniveau für Spezialisten und Führungskräfte wegen des aktuellen Mangels gestiegen, besonders im Vergleich mit Europa. Nach einer Studie der „Association of Executive Search Consultants (AESC)“ von Ende 2010, beziehen brasilianische Executives sogar höhere Gehälter als ihre Kolleginnen und Kollegen in New York, London und Hongkong.

Eine Studie, die im März 2011 von der „Fundação Dom Cabral“ (einer der Top Business Schools Brasiliens) unter 130 brasilianischen Konzernen durchgeführt wurde, legt offen, dass 74 Prozent dieser Firmen sich einem Mangel an Executives für wichtige strategische und operative Aufgaben gegenübersehen. Laut dieser Umfrage haben 92 Prozent der befragten Unternehmen sogar generell Schwierigkeiten bei der Besetzung von Positionen mit qualifizierten Mitarbeitern. Der Fachkräftemangel ist besonders in folgenden Bereichen spürbar:

  • In allen Branchen, die in Zusammenhang mit Infrastruktur stehen – aufgrund der allgemeinen Produktionssteigerungen.
  • In allen Bereichen, die in Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen in 2016 stehen – wie z. B. Hotels, Transportwesen sowie Gastronomie.
  • In der Konsumgüterindustrie, dem Einzelhandel und den damit verbundenen Versorgungsketten.
  • In der Öl- und Gasindustrie, zusätzlich beschleunigt durch die Erschließung der 2008 entdeckten Rohöl- und Erdgasvorkommen an der südöstlichen Atlantikküste.

Die brasilianischen Hochschulen reagieren auf diese Entwicklung und bieten verstärkt MBA Studiengänge an. Sie haben ihre Budgets und das Lehrpersonal aufgestockt. Die Qualität der Hochschulen Brasiliens hat sich ebenfalls in den letzten Jahren verbessert: Nach Angaben der Financial Times rangiert z. B. die „Fundação Dom Cabral“ weltweit auf Platz 5 für Master Studiengänge.

Die hohe Nachfrage nach qualifizierten Führungs- und Fachkräften wird nach Meinung vieler Experten wahrscheinlich noch über die kommende Dekade anhalten. Viele Unternehmen, nationale wie multinationale, nutzen jetzt schon verstärkt die Dienstleistungen von Executive Search Beratern, um die für ihren Erfolg notwendigen Talente zu rekrutieren. Eine Alternative – allerdings mit langfristiger Perspektive – ist die Rekrutierung von Hochschulabsolventen, die sich mit der Kultur und den Werten des Unternehmens identifizieren. Diese jungen Fachkräfte werden sukzessive im Unternehmen gezielt auf die Übernahme von Führungsaufgaben vorbereitet. Eine andere – kurzfristige – Lösung ist die Anpassung der Gehälter und Zusatzleistungen, um entsprechende Mitarbeiter für die Unternehmen zu gewinnen und zu binden.

Manche Arbeitgeber rekrutieren zunehmend auch im benachbarten Ausland oder in Europa. Entsprechend der Informationen des brasilianischen Arbeitsministers haben im ersten Halbjahr 2011 mehr als 26.500 Ausländer eine Arbeitserlaubnis erhalten. Dies entspricht einem Zuwachs von 19,4 Prozent, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

mariaca | intersearch
In Brasilien ist InterSearch Worldwide durch das Partnerunternehmen Mariaca vertreten, einem vor mehr als 20 Jahren gegründeten Beratungsunternehmen, das zu den renommiertesten Executive Search Beratungen in Brasilien zählt. Mariaca InterSearch unterstützt Unternehmen bei der Besetzung von Executive Positionen. Zu ihren Kunden zählen namhafte internationale Konzerne wie auch brasilianische Großunternehmen. Mariaca ist an den Standorten Sao Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte vertreten.

Zur Person: Patricia Epperlein ist Managing Director von Mariaca, dem Partnerunternehmen von InterSearch Worldwide in Brasilien. Von 2008 bis 2011 hatte sie den Vorsitz der weltweiten InterSearch Organisation inne. Patricia Epperlein ist seit über 19 Jahren im Executive Search tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Besetzung von Positionen in den Branchen Media/Entertainment, Industrie, IT/ Telco sowie für Start-Up Unternehmen und von Aufsichtsräten.

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Pressekontakt: Thomas Bockholdt   Tel.: +49 40 46 88 42 0