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Zurück News  /  Dezember 2012

Standpunkt: Frauenquote in der Personalberatung

Unternehmen sind erfolgreicher, wenn Sie Frauen in Top-Positionen beschäftigen – so das Ergebnis der Women-Matter-Studie von McKinsey (1-5, 2007-2012). Und doch diskutieren wir in der Politik, auf Mixed-Leadership-Konferenzen und in den Unternehmen die Frauenquote?

Persönlich betroffen – als Frau in einer Führungsposition - sehe ich die Quote grundsätzlich eher positiv. Nach dem Motto „Auf eine Quote ist man nicht stolz, eine Quote nutzt man.“ kann man sie nach einigen Jahren und entsprechenden Erfolgen wieder abschaffen. Denn: Nachdem erst einmal viele Frauen Vorstandspositionen besetzen, werden sie noch mehr Frauen nachziehen.

Als Expertin in Personalfragen und ehemalige Personalverantwortliche in IT – und Dienstleistungsunternehmen warne ich vor übermäßiger staatlicher Regulierung. Dies nimmt Unternehmen die Chance flexibel am Markt zu agieren. Eine branchenübergreifende einheitliche Quote ist schlicht zu kurz gedacht und extrem praxisfern. Wie soll man diese z.B. in IT ggf. Hochtechnologieunternehmen heute umsetzen, selbst wenn man will?

InterSearch ist eine Personalberatung für den Mittelstand. Der allergrößte Teil unserer Klienten macht bis zu 1 Mrd. € Umsatz, viele befinden sich in Familienhand und haben ihren Sitz selten in Metropolen wie Hamburg, Berlin oder München, sondern sind „hidden champions“ in Eckernförde, Mettlach, Plattling oder Villingen-Schwenningen.

Unsere Kunden sind zum Teil schon sehr offen und suchen Führungskräfte unabhängig der Frage Frau oder Mann. Aber ist dies wirklich ein entscheidendes Kriterium bei der Personalwahl? Wirklich interessant ist doch die Frage, die ich mir auch täglich in meiner Funktion als Personalberaterin stelle: Wie bringe ich die Menschen zueinander, die wirklich zueinander passen.

Das Thema, das unsere Klienten bewegt, ist der Fachkräftemangel. Eine Eingrenzung der auf eine Position anzusprechenden Kandidaten um (mindestens) 50% wäre fatal. Eine Ausweitung des Kreises ist hier das Ziel! Heute kommen wieder ältere Kandidaten in Frage. Kandidaten aus Spanien mit ausbaubaren Deutschkenntnissen sind in der Diskussion. Auch Teilzeitansätze werden immer mehr akzeptiert. Aber nicht, um einer Frauenquote gerecht zu werden, sondern um die Stelle mit der einem guten Kandidaten / einer guten Kandidatin zu besetzen.

In meinem täglichen Job jedenfalls spielt die Frauenquote eine untergeordnete Rolle. Die gesellschaftliche Diskussion zur Arbeits- und Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts führe ich gerne mit.

Zur Person: Julia Böge ist Client Partner der InterSearch Executive Consultants
                   mit Sitz in Hamburg.

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Pressekontakt: Thomas Bockholdt   Tel.: +49 40 46 88 42 0