Individuelle Resilienz – ein Wettbewerbsfaktor in Unternehmen?

Individuelle Resilienz – ein Wettbewerbsfaktor in Unternehmen? 1920 1280 Anja Margraf

Durch den Einsatz neuer Technologien, Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung von kundenorientierten Interaktionen wird der Wandel immer schneller. Diese Entwicklung hat für die Beschäftigten in Unternehmen unterschiedliche Auswirkungen: Rationalisierung, Flexibilisierung sowie die steigende Erwartung an die Mitarbeitenden, immer mobiler und permanent erreichbar zu sein.

Die heutige Arbeitswelt ist darüber hinaus geprägt durch hohe Unsicherheit und Komplexität, schnelles Arbeitstempo und großen Ergebnisdruck. Auch die jüngsten Entwicklungen, bedingt durch die Corona-Krise, wie beispielsweise die ausschließliche Tätigkeit im Homeoffice und damit trotz aller Technologien häufig einhergehend ein Gefühl der Isolation sowie enorm gestiegene Anforderungen an das Selbst-Management, stellen die Beschäftigten vor große Herausforderungen. Diese Aspekte können sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken.


Was ist also notwendig, damit es nicht so weit kommt?

Die Stärkung der individuellen Resilienz, also der psychischen Widerstandskraft, kann eine Möglichkeit sein, mit diesen gestiegenen Anforderungen besser umgehen zu können. Resiliente Menschen haben bessere Chancen, Veränderungsprojekte und ihre Herausforderungen zu bewältigen als weniger resiliente. Darüber hinaus ist die individuelle Resilienz bedeutend, um Krisen nicht nur überstehen, sondern auch gestärkt aus ihnen hervorzugehen zu können. Zur Förderung der individuellen Resilienz ihrer Beschäftigten gibt es bei den Unternehmen einen verstärkten Handlungsbedarf, denn als Hauptursachen negativer Belastungen im Arbeitsumfeld lassen sich u.a. eine mangelhafte Kommunikation, unzureichendes Feedback und fehlende Partizipation aufführen.

Es wurde inzwischen in der Literatur eine Vielzahl von Schutzfaktoren definiert, die Resilienz fördern können. Schutzfaktoren können sowohl personaler als auch umweltbezogener Art sein. Bei den personalen Resilienzfaktoren kann unterschieden werden zwischen Faktoren, die eine Haltung ausdrücken (wie z.B. Optimismus, Akzeptanz von nicht veränderbaren Umständen sowie Lösungsorientierung) und solchen, die individuelle Fähigkeiten beschreiben (Selbstwirksamkeit, Verantwortungsübernahme, Netzwerkorientierung und Zukunftsplanung). Unternehmen sind demnach gut beraten, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, dass die Stärkung der individuellen Resilienz ihrer Mitarbeitenden unterstützt, indem sie die beschriebenen Fähigkeiten gezielt fördern.


Praktische Implikationen für Unternehmen und Beschäftigte

Resilienz ist inzwischen durchaus als Wettbewerbsfaktor zu sehen und sichert Unternehmen mittel- und langfristig gesehen ihre Wettbewerbsfähigkeit am Markt. Psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Burnout und Depressionen, gehören sowohl zu den häufigsten als auch kostenintensivsten Erkrankungen. Bereits 2016 hat die Universität St. Gallen anhand einer repräsentativen Stichprobe untersucht, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Gesundheit von Beschäftigten hat. Insbesondere der technologische Anpassungsdruck und das ständige Kommunikationsrauschen stehen in einem starken Zusammenhang mit Burnout bzw. emotionaler Erschöpfung. Arbeitgeber, die sich mit dem Thema Resilienz ihrer Mitarbeitenden präventiv beschäftigen, können demnach diverse Vorteile daraus generieren: Zum einen können sie durch weniger Erkrankungen ihrer Beschäftigten Kosten vermeiden, zum anderen wirkt sich ein solches Engagement sehr positiv auf die Arbeitgebermarke aus, da sich die Mitarbeitenden wertgeschätzt, wahrgenommen und unterstützt fühlen.

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