Roboter-Taxis & Co – wie smart sind Smart Cars wirklich?

Roboter-Taxis & Co – wie smart sind Smart Cars wirklich? 1920 1386 Frankfurt

Vor einiger Zeit stolperte ich über eine News in der FAZ. Daimler wolle als erster Hersteller Roboter-Taxis anbieten. Eine Kampfansage nicht nur an den Wettbewerb in der Branche, sondern vor allem an die Allmacht Google.

Klar ist: Die Entwicklungsschritte werden immer schneller und autonomes Fahren mit Level 4/5 dürfte in der Tat bald Realität sein. Fraglich ist, wie die bisher „konventionellen“ Fahrzeuge hierauf reagieren. Ist dieser nicht ganz triviale Sicherheitsaspekt wirklich in der Konzeption durchdacht worden? Dazu ein Beispiel: Mercedes (Distronic), Audi (ACC) und andere Automobilhersteller bieten schon teilautonome Systeme an. So kann ich bereits bis über Tempo 200km/h das Fahrzeug selbst beschleunigen und bremsen lassen. Der Sicherheitsabstand wird automatisch eingehalten. Doch wird die Lücke größer, „quetschen“ sich viele in die Lücke. Mein Fahrzeug bremst dann automatisch ab, hält wieder eine größere Lücke, der nächste „quetscht“ sich wieder rein usw. Autofahrer kennen dieses Schweinchen-in-der-Mitte- Spiel‘ auf deutschen Autobahnen. Und viele Fahrer können heute noch nicht abschätzen, ob ein Fahrzeug von alleine bremst, beschleunigt oder es die am Steuer sitzende Person tut. Es wird also ein Lernprozess sein, welcher aber – hoffentlich ohne schwerwiegende Unfälle – auch mit der Zeit die Sicherheit erhöht.

Stand heute trauen viele Fahrer den neuen Systemen, Software und Sensoren noch nicht. Was tun, wenn ich mich auf das System verlasse und es doch ausfällt? Wer übernimmt die Haftung – und ein noch wichtiger „Aspekt: was ist mit „Cyber Security“ in diesem Bereich?

Die Herausforderungen sind nicht Ohne. OEMs müssen Vertrauen und Akzeptanz schaffen, die Softwaresicherheit erhöhen. Nutze ich heute mein ACC bzw. Distronic und ein Fahrzeug kommt plötzlich auf meine Spur, so stelle ich fest, dass das System teils noch relativ „träge“ reagiert. Im Augenwinkel habe ich ggf. schon vorher die Absicht des anderen Fahrers erkannt. Benz kämpfte auch gegen die Pferdekutsche, aber man schaffte im Laufe der Jahre Vertrauen. Heute hätte man doch eher Angst vor der Kutsche im Straßenverkehr als vor dem Auto, oder etwa nicht?

Die Anforderungen an die Technologie und somit auch an die Ingenieure steigen. Es wird nicht mehr den einfachen „Software-Ing“ geben. Der Ingenieur der Zukunft muss „out of the box“ denken, breiter im Know-how aufgestellt sein. ‚Was passiert, wenn… ‚ muss seine tägliche Fragestellung sein. In der Konsequenz stellt sich, besonders auch für mich, eine nicht ganz unwichtige Frage: Findet man diese Fachkräfte noch ausreichend in Deutschland? Daimler hat neben Deutschland auch in den USA und Israel entsprechende „R&D Center“ aufgebaut. Es gilt länder-und branchenübergreifend zu entwickeln. Wieso also nicht mehr Entwickler von Google, Apple, Microsoft & Co n die Automobilwelt integrieren?

Und was macht die Politik? Hat man den Mut für Genehmigungen und Unterstützung? Falls nicht, andere Länder stehen in den Startlöchern…

Auch die Zulieferer müssen umdenken und sich neu erfinden, um nicht abgehängt zu werden. Denn neue, innovative Start-ups entstehen.

Abschließend ein Memo an mich:

Der „war for talent“ wird immer stärker, gute Spezialisten sowie Führungskräfte müssen im In- und Ausland gesucht werden und lassen sich nicht immer über LinkedIn und andere Netzwerke finden. Man muss diese „Perlen“ weiterhin über die Direktansprache motivieren und für unsere Kunden begeistern. Harte Arbeit – die Prozesse werden schwieriger, umfangreicher. ABER: sind die deutschen Zulieferer und OEMs auch offen für internationale, teils nicht deutschsprachige Kandidaten, in internationalen / grenzübergreifenden Projektteams? Wie sieht der moderne Arbeitsplatz für diese hochkarätigen Spezialisten aus?

Die Antworten werden wir wohl schneller als wir glauben erleben.

Über InterSearch Executive Consultants

InterSearch Executive Consultants ist eine der führenden Personalberatungen und spezialisiert auf die Rekrutierung von Führungskräften und systematische Analysen des Führungskräftepotenzials (Management Audit / Executive Diagnostic). Die 1985 unter dem Namen „MR Personalberatung“ gegründete Gesellschaft ist heute in Deutschland mit drei Standorten in Hamburg, Frankfurt und Köln vertreten und war 1989 Gründungspartner der InterSearch Worldwide. InterSearch agiert heute weltweit im Bereich Executive Search mit über 600 Berater in über 50 Ländern mit mehr als 90 Standorten.

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